Feb 19 2012
Die vergangenen Tage waren sehr ereignisreich. Einerseits habe ich alle Termine für die kommenden Wochen vereinbart, andererseits mußte ich meine Tanzstunden organisieren... das läuft hier nämlich so: ich bekomme eine Anfrage für eine Privatstunde, dann muß ich einen Saal mieten, eine Uhrzeit mit dem Saalbetreiber und dem oder den Paaren ausmachen, zur verabredeten Zeit da sein, meine Stunde absolvieren, alles finanzielle regeln, den Saal PÜNKTLICH den nächsten Mietern zur Verfügung stellen... und alles ohne eine DORIS NEUMANN... und genau das ist der problematischste Teil der ganzen Angelegenheit !!!!!!!!!
Überhaupt muß ich meinem gesamten Team herzlich dafür DANKE sagen, daß es während meiner Abwesenheit für einen reibungslosen Ablauf sorgt (sollte der Ablauf jetzt reibungsloser als sonst verlaufen... muß ich es ja nicht unbedingt sofort erfahren...!).
In der Tanzschule ist an diesem Wochenende ja eine kleine Karnevalspause. Hier in Sydney findet Karneval immer um den ersten Samstag im März herum statt. Am 03. 03. werden zu einem riesigen Karnevalsumzug ca. eine Millionen Gäste erwartet. Obwohl ich mich alles andere als einen Karnevalsjeck bezeichnen würde, bin ich darauf sehr gespannt.
In den vergangenen Tagen habe ich viele interessante Gespräche geführt und dabei folgendes festgestellt... in den zurückliegenden Jahren blickte man hier fast etwas neidvoll auf unser Leben in Deutschland , einem Leben in Wohlstand, mit einem enorm hohen Bildungsstandard und vor allem in unmittelbarer Nähe zu vielen aufregenden Metropolen. Heute wird Europa eher als unsicheres Pflaster gesehen, viel zu nah an den Konfliktherden dieser Erde. Indien ist erklärtes Ziel, wenn mann wirtschaftlich voran kommen will... ich habe das noch nie so gesehen.
Was meinen Sie dazu?
Heute möchte ich Ihnen Bennett Lehleh vorstellen. Er ist Sprößling einer nigerianisch/jameicanischen Diplomatenfamilie und hat schon an den verschiedensten Orten der Welt gelebt und studiert (Moskau, in den Staaten und seit 10 Jahren in Sydney). Wir kennen uns schon fast 9 Jahre und sind gute Freunde geworden. Bennett ist ein überaus interessanter Gesprächspartner, wenn es um die Lebensgewohnheiten in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Gesellschaften geht. Wir spielen hier im gleichen Club Tennis und haben am vergangenen Wochenende im Doppel an einem Tennisturnier teilgenommen und dort, nachdem wir das favorisierte Doppel in 3 Sätzen schlagen konnten, die 2. Runde erreicht. Da war dann allerdings Schluß...
Bis bald!.jpg)
(2) commentsFeb 10 2012

Darf ich Sie mit meiner Tangolehrerin Evi Stein bekannt machen.
Sie hat mir mein vorübergehend verlorenes Tango-Selbstbewußtsein wiedergegeben...
Aber ganz so schlimm ist das Alles gar nicht... nur jetzt wo gar die Presse von meiner Milonga-Erfahrung berichtet hat, sehe ich durchaus Erklärungsbedarf...
In Buenos Aires geht die Aventgarde des Tango-Tanzens neue Wege. Evi Stein hat mich in die angesagteste Milonga der Stadt mitgenommen und die zeichnete sich dadurch aus, dass es übervoll war und die Paare (wohlbemerkt die Besten der Stadt) lediglich Basics mit ganz kleinen Schritten tanzten und da geriet ich mit meinem europäischen, relativ offenen Tanzstil oft bedrohlich nah an den Wirkungskreis anderer Paare. Direkt am darauffolgenden Tag nahm ich eine weitere Trainingseinheit und nun kann ich Tango auf einem Quadratmeter tanzen... nur schade dass Cynthia das nicht mehr erlebt.
Nachfolgend verbleibt der am vergangenen Freitag verfasste Bericht im Blog. Nur soviel Neues: ich konnte Alex (den 92jährigen Dresdner) heute nicht treffen, da er krank war, hoffe aber natürlich auf ein baldiges Treffen.
Ferner würde ich mich sehr über Kommentare zu meinem Besuch im Jüdischen Museum freuen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Was gibt es Neues...
Am Mittwoch habe ich das Zeitzeugenprogramm in der Deutschen Botschaft und im Goethe-Institut vorgestellt. Das Interesse ist groß und ich werde zunächst an einer Deutschen Schule über die Verhältnisse in der ehemaligen DDR und die Hintergründe der deutsch/deutschen Teilung berichten. Ich bin gespannt auf die Fragen der Schüler, denn soweit ich informiert bin, wissen sie hier kaum etwas von der jüngeren deutschen Geschichte.
Am Donnerstag besuchte ich das jüdische Museum in Sydney und wurde dort überaus freundlich empfangen. Es scheinen sich nicht viele Deutsche dorthin zu begeben... Ich traf 2 ältere jüdische Herren, die beide als Kinder (5 und 6jährig) Nazi-Deutschland verließen. Wir führten ein spannendes Gespräch. Sie waren beide sehr interessiert zu erfahren, wie es mit dem Antisemitismus in Deutschland heutzutage aussieht. Ich habe geantwortet, dass in meinem Umfeld Antisemitismus nicht offen kommuniziert wird, den Medien zufolge aber vertreten ist.
Was hätten Sie geantwortet? Ich würde sehr gerne Meinungen dazu hören...
Am Montag werde ich das Museum nocheinmal aufsuchen um einen 92jährigen Auschwitz-Überlebenden zu treffen. Er wurde, wie ich auch, in Dresden geboren. Wir haben beide bis zu unserem 23. Lebensjahr unsere Kindheit und Jugend dort verbracht (er bis 1942, ich bis 1981). Beide verließen wir als Sträflinge die Stadt (er wurde in das Vernichtungslager Auschwitz geschickt, ich in den Strafvollzug nach Cottbus).
Ich bin mehr als gespannt auf diese Begegnung.
Ich werde berichten.... und beim nächsten mal hoffentlich auch mit Bildern untermalen.
Sind meine 5 Grad angekommen?
(6) commentsFeb 06 2012
Nach knapp einer Woche in Sydney, beziehe ich heute mein Appartment.
Nach wie vor bereite ich Hochzeitspaare tänzerisch auf ihren großen Tag vor. Hier wird allerdings mehr Salsa, Rumba und sogar Rock and Roll, als Wiener Walzer gewünscht. Aufgeregt sind die Paare aber genau so wie bei uns...
Ab kommenden Sonntag werde ich dann regelmäßig Tango-Argentino unterrichten. Darauf freue ich mich sehr. Angekündigt werde ich als "German Teacher from Argentina"... na ich weiß ja, dass es soweit noch nicht ist.
Morgen werde ich das Zeitzeugenprogramm der Ruhr-Universität Bochum und der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (www.ddr-zeitzeuge.de / NRW/ Peter Keup) in der Deutschen Botschaft vorstellen und dann hoffe ich auf viele Einsätze an hiesigen Schulen.
Man hört hier viel vom Wintereinbruch in Europa, ja sogar Nord-Afrika.. ich schick dann mal ein bißche was von der Wärme hier rüber. Ich bin bereit 5 von 30 Grad abzugeben, das muß reichen...
Bis bald
(3) commentsFeb 02 2012
Ich konnte mich lange nicht melden, da ich Schwierigkeiten bei der Ausreise aus Argentinien hatte, natürlich lange unterwegs war und in Sydney nicht sofort meinen Laptop in Gang bekam...
Aber nun der Rehe nach: Viele Kommentare hatten die Sorge zu Inhalt, dass meine längere "Sendepause" mit dem befürchteten "Aufgefressenwerden" zusammenhängen könnte... nun aufgefressen wurde ich nicht (ganz), aber mein Tango-Selbstbewußtsein wurde arg strapaziert, eine fast 2 Meter lange Cynthia pulverisierte selbiges förmlich, in dem sie beim Tanzen permanent meine Führungsqualitäten in Frage stellte (weiche beim Tangotanzen ja bekanntlich nicht unwichtig sind und von denen ich glaubte sie zu haben...) Meine bezaubernde Tangolehrerin Evi Stein (von der ich demnächst ein Foto ins Netz stellen werde) konnte alles ein wenig richten und so habe ich einigermaßen erhobenen Haupte Buenos Aires verlassen, auf jeden Fall mit einer Menge Material...
Bei der Ausreise musste ich mich noch, da über Argentinien reisend, um ein elektronisches Visum für Australien bemühen, welches ich 10 Minuten vor Abflug bekam und dann konnte es losgehen - auf einen 18 stündigen Flug über Auckland nach Sydney.
Hier bin ich gut angekommen, hatte aber keine lange Ruhepause, da ich an den ersten beiden Abenden Hochzeitsprivatstunden wie am Fließband geben durfte. Heute (02.02.) habe ich frei und suche mir eine Wohnung, um endlich von der Straße weg zu kommen...
Ich freue mich über jede Art von Kommentar und melde mich bald wieder...
(1) commentsJan 29 2012
Nach mehr als 15 Stunden Flug, bin ich mitten im Sommer (28 Grad - die große Hitze ist vorüber) in Buenos Aires angekommen.
Am ersten Tag war ich mit meinem Zeitzeugenprojekt unterwegs, habe mehhrere Termine wahrgenommen und interessante Leute getroffen.
Heute, am zweiten Tag, steht Tango auf dem Programm... mehrere Trainingsstunden sind zu absolvieren und am Abend geht es in die Milonga (ein wenig Angst habe ich schon vor den heißblütigen Argentinierinnen).
Wenn ich nicht aufgefressen werde, melde ich mich bald wieder.
(4) comments